Kakao

Das Wort „cacao“ bezeichnet ursprünglich den Kakao-Baum, einem Baum, der in den Küstengebieten zwischen Mexiko und dem Amazonas beheimatet ist, bei den Vorfahren der Maya in Honduras genutzt vermutet. Aus den Bohnen wurde ein Getränk hergestellt. Ein Getränk der Elite, nicht für die ganze Bevölkerung. Bei den Azteken galt Kakao mehr als eine Droge, auf deren Dosierung es ankam. Beim Herstellen der verschiedenen Kakao-Getränke wurden die Kakaobohnen auf dem Mahlstein gemahlen, bis eine Masse entstand, welche die gewunschte Konsistenz aufwies.

Kolumbus führte die Kakaobohne 1502 erstmals in Spanien ein, bald wurde auch fertig zubereitete Schokolade nach Europa importiert. Um 1600 kannte man beides auch in anderen europäischen Ländern, wobei das medizinische Interesse an Kakao an erster Stelle stand. Die Samen Kakao enthalten die Alkaloide Theobromin und Coffein und daneben viel Fett. In Europa war Kakao, wie die Kaffeebohne und der Tabak, lange Zeit nur in Apotheken erhältich. Als Gesundheitschokolade, Aromatische Chocolade, Arzneiliche Schokolade oder Abführchocolade.

Kakao-Frucht, Kakaobohnen

Kakao-Frucht, Kakaobohnen

Kakao-Frucht, Kakaobohnen (Apotheken-Museum, Heidelberger Schloß, Heidelberg)

Im Arzneibuch von J. Schroöder kann man 1685 über Kakao lesen: „Sie nützt für den kalten Magen, die Brust und den Husten, das Geräusper und den Schwindel. So soll sie auch den Lebensbalsam vortrefflich stärken und die Venusbegierde erwecken. Man gebraucht sie des morgens mit Zucker in Wein oder Bier, warm, oder auch in Milch".

Die unreife Kakao-Frucht hat eine grüne Farbe, die reife je nach Kakaosorte eine gelbe, gelbrote oder rote bis rotbraune Farbe. Die ovalen, holzigen Früchte enthalten mandelförmige Samen (Kakaobohnen), die in ein helles süßliches Fruchtmus, die Pulpa, eingebettet sind. Kakaofrucht sitzt direkt am Stamm. Pro Jahr trägt jeder Baum etwa 20 bis 30 Kakao-Fruchte.

Die getrockneten Kakaobohnen werden maschinell geröstet und geschält. Um Schokolade herzustellen, wird jetzt der geröstete, noch sehr bittere Kakao gemahlen und entweder mit Vanille oder Zucker und Zimt, aber auch mit anderen Beimischungen versetzt. Wie bei jeder Firma weltweit sind die eigenen Rezepturen der Kakaohersteller ein gut gehütetes Geheimnis. Die nunmehr entstandene Paste wird in große Gefäße gefüllt und in eine Gefrierkammer gestellt. Später werden daraus Schokoladenpulver oder auch die gepressten runden Scheiben Blockschokolade hergestellt.

Kakao als Heilmittel

Im 19. Jh. verschwindet Schokolade aus den Apotheken, die Herstellung geht in die Hande von Fabrikanten über. Einzig das fette Cacao Öl und die Kakaobutter werden noch heute in der Salbenherstellung und als Zäpfchenmasse gebraucht. Zu Anfang in Europa als Medizin verschrieben, dann als teures Luxusgetränk dem Adel vorbehalten, ist die Schokolade heute ein Massenartikel, jedermann zugänglich.